
Oslo & Stockholm: Die Vorboten eines historischen Sommers
Die Diamond-League-Stationen in Oslo und Stockholm haben gezeigt: Track hat noch einmal eine Schippe draufgelegt. Die wichtigsten Zeiten und unsere Einschätzung, welcher Weltrekord als nächstes fällt, lest ihr hier.
Worte: Lukas Motschmann
Photos: Florian Kurrasch
In Stockholm sorgte Audrey Werro für die Leistung des Jahres. Die Schweizerin lief die 800 Meter in 1:53,98 Minuten – die drittschnellste Zeit der Geschichte und die erste echte Attacke auf den Weltrekord seit Jahrzehnten.
Bei den Männern setzte der erst 17-jährige Cooper Lutkenhaus ein Ausrufezeichen: Mit 1:42,70 Minuten gewann er bei seinem Diamond-League-Debüt gegen ein Weltklassefeld um Marco Arop.
Über 1.500 Meter bestätigte Yared Nuguse mit 3:30,11 Minuten seine starke Form, während Robert Farken mit 3:32,99 Minuten einen vielversprechenden Einstieg in die Freiluftsaison hinlegte.
Im Hindernislauf blieb vor allem Soufiane El Bakkali der prägende Name. Karl Bebendorf und Lea Meyer sicherten sich direkt die EM-Norm.
Vier Tage später in Oslo wurde das Niveau noch einmal höher.
Über 5.000 Meter explodierte das Rennen förmlich: Addisu Yihune gewann in 12:47,62 Minuten, gleich zehn Athleten blieben unter der bisherigen Weltjahresbestzeit.
Und Cooper Lutkenhaus? Der legte nach und schlug Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi über 800 Meter um eine Hundertstel in 1:42,08 Minuten.
Die vielleicht größte Erkenntnis dieser beiden Meetings: Die vermeintlichen „Hot Takes“ wirken plötzlich gar nicht mehr so gewagt. Der Frauen-Weltrekord über 800 Meter ist so angreifbar wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Über 1.500 Meter der Männer wächst eine Generation heran, die Hicham El Guerroujs legendäre Marke ernsthaft ins Visier nehmen kann (auch wenn die ganz großen Namen noch nicht ins Renngeschehen eingegriffen haben). Und nach dem 5.000-Meter-Rennen von Oslo würde es nicht überraschen, wenn auch Cheptegeis Weltrekord bald wackelt. Es ist erst Juni. Aber 2026 fühlt sich bereits wie ein Weltrekord-Jahr an.







