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DM Kassel: Nur nichts anbrennen lassen
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DM Kassel: Nur nichts anbrennen lassen

Heiß, heißer, Kassel: Das Wochenende der Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik war eine richtige Hitzeschlacht. Wer bewahrte dabei einen kühlen Kopf? Bei welchen Duellen schlugen die Flammen hoch? más. hat den Überblick.

Words: Agata Strausa
Photos: Florian Kurrasch

Bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel ging es heiß her. Temperaturen über 30 Grad im Auestadion forderten Läuferinnen und Läufer - schnelle Zeiten wurden trotzdem auf die Bahn gezaubert.

Über 3.000 Meter Männer holte sich Karl Bebendorf seinen fünften Titel in 8:24,5 - zum Meisterschaftsrekord fehlten nur vier Sekunden. Für das Tempo in der ersten Hälfte des Rennens hatten Velten Schneider und später Niklas Buchholz gesorgt. Trotz der schwierigen Bedingungen durch die Hitze an dem Tag, habe Buchholz das Tempo hochhalten wollen, erklärte er auf leichtathletik.de nach dem Lauf. 

“Es fühlt sich wie eine Erlösung an”

Erst in der letzten Runde setzte sich der Jahresbeste und späterer Sieger Bebendorf vor das Feld - und beschleunigte. “Das Rennen war für meine bisherigen Rennen recht verhalten, was die Durchgangszeit über zwei Kilometer anging, daher habe ich schon ein bisschen mit der Hufe gescharrt, bis jemand die erste Tempoverschärfung macht”, verriet Bebendorf más nach dem Lauf.

400 Meter vor dem Ziel war die Entscheidung dann im 3000 Meter Rennen eigentlich schon gefallen: Bebendorf ließ die anderen zurück und holte sich souverän den Titel. “Ich habe inzwischen genug Erfahrung, um genau einschätzen zu können, was meine Stärken sind und wann ich sie einzusetzen habe”, so Bebendorf. Auch wenn es in dem Moment eine krasse Überwindung für den Kopf sei, den Laufschritt zu ändern und zu attackieren. “Es fühlt sich dann für mich wie eine Erlösung an”, schildert Bebendorf. “Auf einmal kann ich motorisch die Hindernisse ganz anders nehmen und fliege förmlich über die Bahn.”

Zwei Rennen, zwei Titel

Ein weiteres Highlight am ersten Tag sollten die 5.000 Meter der Frauen werden. Zwischen Alina Reh und Lea Meyer bahnte sich ein spannendes Duell an. Die beiden hatten mit Abstand die schnellsten gemeldeten Zeiten: 15:06 (Meyer) und 15:10 (Reh). In dieser Saison war nur Hanna Klein über diese Strecke schneller, sie trat jedoch nicht an. Zunächst sah es über 5.000 Meter auch tatsächlich nach einem spannenden Zweikampf zwischen Reh und Meyer aus.

Doch dann kam alles anders. Reh, als Frontläuferin bekannt, ergriff von Beginn an die Kontrolle über den Rennverlauf und führte über zwei Drittel der Distanz. Dann scherte Meyer plötzlich aus, ging vorbei - und Reh kam ins Straucheln, griff sich an die Ferse und stieg aus dem Rennen aus. Meyer lief in 15:26,82 ins Ziel und holte sich ihre erste Goldmedaille an diesem Wochenende.

Eine weitere sollte folgen: Einen Tag später startete sie in ihrer eigentlichen Spezialdisziplin, den 3.000 Meter Hindernis. Hier ließ sie nichts anbrennen und lief ungefährdet zu Gold in 9:33.19.

Überraschungseffekt hat seinen eigenen Zauber

Weniger klar war der Ausgang kurz vor Schluss im 5.000-Meter-Rennen der Männer. Fünf Läufer gingen auf den letzten beiden Runden in den Kampf um Gold. Wer würde es machen? Ständige Führungswechsel folgten, doch am Ende hatte Florian Bremm (13:35.65) ganz sprichwörtlich die Nase weiter vorne - und setzte sich gegen Maximilian Thorwirth (13:35.70) durch.

Eine Riesenüberraschung gab es über 800 Meter der Frauen. Christina Hering, Majtie Kolberg und Alina Ammann bogen zu dritt auf die Zielgerade. Der Kampf um Gold schien sich zwischen den beiden Zweitschnellsten der Saison abzuspielen - Hering und Kolberg. Doch knapp vor dem Ziel ging Ammann nach außen und zog vorbei. Sie verbesserte ihre Bestleistung um 2 Sekunden und holte sich ihren ersten Deutschen Titel in der Frauenklasse in 2:01.41. 

Ähnlich knapp war auch das Ergebnis über 1.500 Meter der Frauen. Das erwartete Duell zwischen Katharina Trost und Hanna Klein entschied sich auf der Zielgerade. Klein hatte 400 Meter vor dem Ziel die Führung übernommen, Trost blieb dran - und spielte dann ihre 800-Meter-Erfahrung aus. Nach zwei Meistertiteln in der Halle konnte sich Katharina Trost in 4:09,05 ihr erstes Gold im Freien sichern.

Hier die Ergebnisse in der Übersicht

800m

Frauen
🥇 Alina Ammann - 2:01.42 (PB)
🥈 Christina Hering - 2:01.46
🥉 Majtie Kolberg - 2:01.52

Männer
🥇 Luis Oberbeck - 1:47.48
🥈 Dennis Biederbick - 1:47.84
🥉 Emil Meggle - 1:47:98 (PB)

1.500m

Frauen
🥇 Katharina Trost - 4:09.05
🥈 Hanna Klein - 4:09.88
🥉 Nele Wesel - 4:13.12

Männer
🥇 Marius Probst - 3:46.73
🥈 Amos Bartelsmeyer - 3:47.30
🥉 Elias Schreml - 3:47.60

3.000m Hindernis

Frauen
🥇 Lea Meyer - 9:33.19
🥈 Olivia Gürth - 9:45.55
🥉 Pauline Meyer - 9:54.60

Männer
🥇 Karl Bebendorf - 8:24.52
🥈 Jens Mergenthaler - 8:26.35
🥉 Niklas Buchholz - 8:27.06

5.000m

Frauen
🥇 Lea Meyer - 15:26.82
🥈 Eva Dieterich - 15:48.69
🥉 Sofia Benfares - 16:08.26

Männer
🥇 Florian Bremm - 13:35.65
🥈 Maximilian Thorwirth - 13:35.70
🥉 Sam Parsons - 13:37.99

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