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Lea Meyer: Hartes Training ist für mich Entspannung
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Lea Meyer: Hartes Training ist für mich Entspannung

Der 3000-Meter-Hindernislauf ist eine faszinierende wie anspruchsvolle Disziplin. Lea Meyer beherrscht sie, und gehört zu den besten Hindernisläuferinnen der Welt. Warum hat es ihr ausgerechnet diese Strecke angetan? Und was macht sie so spannend für sie?

Words: Agata Strausa
Photos: Fellusch und Florian Kurrasch

Im Interview mit Lea Meyer

Instagram: @xleaymeyer

Lea Meyer musste ihre Starts bei der Leichtathletik-WM in Budapest absagen. Dabei hatte ihre Saison so erfolgreich wie noch nie begonnen. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit über 5.000 Meter in 15:06, zwei Deutschen Meistertiteln und zwei WM-Nominierungen über jeweils 3.000m Hindernis und 5.000m hat sie wieder da angeknüpft, wo sie in der letzten Saison aufgehört hatte. Bei der EM in München im vergangenen Sommer war sie zu Silber gestürmt - ein Durchbruch in der Karriere für die 26-Jährige. Doch Rückenprobleme bremsten sie in der zweiten Hälfte der Sommersaison aus.

Wie geht sie mit dem Rückschlag um und wie blickt sie auf die kommende Trainingssaison, die Vorbereitung auf die olympischen Spiele in Paris 2024?

más: Lea, du bist jetzt eine Profiläuferin, gehörst zur weltweiten Spitze. Kannst du dich noch daran erinnern, wie du damals zum Laufen gekommen bist?

Lea Meyer: Eigentlich über meine Eltern. Sie haben sich auf einen Marathon vorbereitet und ich bin hin und wieder mal ein oder zwei Kilometer mitgelaufen. Bei uns in Löningen gab es damals auch einen Leichtathletikverein, aber ich war erst sechs und zu jung dafür. Meine Eltern haben so lange gebettelt, bis ich dann doch rein durfte. So hab ich mit Kinderleichtathletik angefangen. Es hat sich ziemlich schnell herauskristallisiert, dass ich besonders gut laufen kann. Mit 14 bin ich dann bei meinem ersten Trainer gelandet und hab es mit Training nach Plan ernsthafter betrieben.

Wie bist du darauf gekommen, dich auf die 3.000 Meter Hindernis zu spezialisieren? Das ist ja doch schon eine sehr einzigartige Disziplin.

Ich fand es immer schon cool, das hat mich voll gereizt. Ich hab schon immer gerne Leichtathletik geschaut und war bei der WM in Berlin im Stadion. Super darin ausgebildet bin ich nicht, aber ich wollte es schon immer ausprobieren und hatte keine Angst davor - so bin ich dabei gelandet. Vor meinem ersten Rennen hab ich weder Hindernis noch Wassergraben gekannt. Ich hab mir einfach gedacht, “das schaff ich schon irgendwie”. Es reizt mich bis heute immer noch, und ich freue mich jedes Mal, wenn ich das wieder laufen darf.

“Keine Angst vor Hindernissen zu haben ist meine Stärke.”

Du bist ja auch auf den flachen Strecken gut. Was würdest du sagen, ist der große Unterschied?

Ich finde 3.000 Meter Hindernis viel leichter (lacht)! Man sagt ja oft, 5.000 Meter und Hindernis sind von der Anstrengung relativ gleich - das würde ich auch sagen. Für mich spielt sich der große Unterschied im Kopf ab. Eine 3.000 Meter Hindernis ist vom Kopf her für mich viel leichter. Da laufe ich los und bis ich auf die Idee komme, darauf zu schauen, wie viele Runden es noch sind, ist der erste Kilometer schon rum. Bis zu diesem Jahr bin ich wirklich ungern 5.000 Meter gelaufen. Der technische Aspekt bei den Hindernissen macht es für mich so spannend. Es zählt nicht nur das Läuferische.

Machst du gezielt Technik-Training?

Ich mache das sehr, sehr wenig. Gerade der Wassergraben ist sehr belastend für den Körper, das habe ich in dieser Saison ordentlich zu spüren bekommen. Das Verletzungsrisiko ist unheimlich hoch. Im Training machen das deshalb nur die wenigsten. Vor dem Saisonstart macht man vielleicht ein paar Läufe mit Hürden. Ich habe den Vorteil, dass ich sehr groß bin und lange Beine habe. Ich mache mir eigentlich keine Gedanken, dass ich da nicht rüberkomme. Und ich habe keine Angst vor den Hindernissen. 

“Harte Trainingseinheiten sind für mich ein entspannender Ausgleich.”

Was gefällt dir am Laufsport am meisten?

Beim Laufen habe ich Zeit, komplett bei mir zu sein und abzuschalten. Für mich ist es Entspannung. Auch die Einheiten, die hart sind, sind für mich ein entspannender Ausgleich. Da kann ich alles andere links liegen lassen und bin gerade nur bei mir und konzentriere mich nur auf mich. Ich genieße das, das ist ein bisschen wie Therapie. Man kann auch beim Laufen sehr viel Entdecken. Gleichzeitig tut man was für sich. Ich liebe es, wenn ich in einer anderen Stadt bin, dass ich beim normalen Training sehr viel erkunden.

Hast du denn bestimmte Orte für Trainingslager, an denen du besonders gern laufen gehst?

Das ist einerseits Flagstaff (Arizona, USA), das ist für mich ein Happy Place. Da fühle ich mich wohl, da finde ich es einfach schön. In Europa ist es definitiv St. Moritz. Ich liebe St. Moritz, dort zu sein ist einfach Therapie. Selbst in diesem Jahr, als ich nicht laufen konnte, bin ich da hingefahren. Es ist einfach immer ein bisschen Urlaubsgefühl - die Berge und die Weite - es hilft einem, runterzukommen.

Wie ist Lea Meyer, wenn sie nicht Sport macht?

Ich bin generell sehr energiegeladen, es kann schon anstrengend mit mir sein! Außerhalb vom Sport bin ich ein Mensch, der gerne etwas unternimmt. Ich könnte an einem freien Tag nicht nur auf dem Sofa sitzen. Ich bin ein großer Fan vom Kaffeetrinken gehen. Ein perfekter Tag außerhalb vom Training wäre, mich mit Freunden und Familie zu treffen, Kaffee zu trinken, und mal nicht auf die Uhr zu schauen. Außerdem habe ich einen Hund - und mit der verbringe ich leider viel zu wenig Zeit - deshalb genieße ich das dann mit ihr, draußen zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

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