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Valencia Marathon: Laura Hottenrott stürmt zur Sensation
Event

Valencia Marathon: Laura Hottenrott stürmt zur Sensation

Beben in der deutschen Marathonszene: Zum Ende der Wettkampfsaison wurde die Bestenliste nochmal umgeworfen. Die große Überraschung: Laura Hottenrott.

Words: Agata Strausa
Photos: Kai Heuser

Wer in Valencia startet, will schnell laufen

Valencia wurde dem Ruf, ein heißes Pflaster zu sein, in vollem Umfang gerecht: Beim Marathon durch die spanische Metropole stürmten neben zahlreichen internationalen Topzeiten auch zwei deutsche Profis zu sensationellen PBs – und unterboten die Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele in Paris 2024 deutlich.

Europameister Richard Ringer verbesserte seine ohnehin starke Bestzeit von 2:08:08 auf 2:07:05 – und untermauerte somit seinen Anspruch auf einen Startplatz in Paris. Vor Valencia hatte sich Ringer ins Trainingslager in Kenia zurückgezogen, und seinen vollen Fokus auf ein starkes Rennen in Valencia gerichtet. Die Rückkehr aus der afrikanischen Höhe ist ihm mehr als gelungen.

Die Norm von 2:08:10 hat bislang außer Ringer nur ein weiterer Deutscher unterboten - der deutsche Rekordhalter Amanal Petros. Ein weiterer Olympia-Anwärter war in Spanien ebenfalls am Start: Haftom Welday. Er lief zwar eine Bestzeit, scheiterte aber mit 2:08:24 um nur wenige Sekunden an der Norm. Nicht auszumalen, wie sehr es ihn das vermutlich gewurmt hat – vielleicht ein Kurve etwas enger genommen, den Zielspurt früher angesetzt – und schon wäre er unter dem Limit geblieben.

Nichts anbrennen lassen wollte auch Melat Kejeta. Die Deutsche hat bereits eine PB von 2:23:57 und ging mutig auf eine Zielzeit Richtung 2:19:19 an, dem deutschen Rekord. Aus Mut wurde an dem Tag Übermut - denn bei Kilometer 30 schien sie vorzeitig am Ende ihrer Kräfte angelangt zu sein. Mehr vom Rennen erhofft hatte sich auch Rabea Schöneborn aus Berlin. Für die Olympianorm hätte die Berlinerin ihre aktuelle PB (2:27:03) um 13 Sekunden verbessern müssen, blieb mit 2:31:05 aber deutlich unter ihrem Anspruch und kämpfte sich mit schmerzverzerrtem Blick ins Ziel.

Dafür sorgte eine andere deutsche Starterin für eine Sensation: Laura Hottenrott pulverisierte ihre PB und finishte in 2:24:32 – schneller waren bisher nur drei deutsche Läuferinnen zuvor. Dabei startete sie im Hauptfeld, statt bei der Elite – und rollte das Feld von hinten auf. Anders als das Elitefeld, musste sie ihre individuelle Verpflegung selbst organisieren und hatte die Energiegels in die Taschen ihrer Hose gesteckt. Ob Hottenrott die Selbstverpflegung bei der Berglauf WM in diesem Sommer perfektioniert hat, bei der sie eine Topplatzierung erzielte? Auf jeden Fall scheint ihr der Trailausflug sehr gut getan zu haben. Auch, dass sie nach ihrem nicht ganz so glücklichen 2:29-Finish beim Berlin Marathon im September eine so schnelle Zeit auf die Straße brachte, zeigt wie viel Wille und Potenzial in ihr stecken.

Die Spannung um die begehrten Plätze bleibt hoch

Mit ihrer neuen PB ist Laura Hottenrott hinter Domenika Mayer die zweitschnellste deutsche Läuferin, die sich für Olympia qualifiziert hat. Drei Tickets sind im DLV-Team zu vergeben. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich eine andere vor die beiden schiebt. Somit sind die Plätze unter den Olympia-Anwärterinnen neu gemischt, im kommenden Jahr dürfte es ein harter Kampf um Platz drei im Team werden.

Was für die Olympia-Qualifikation notwendig ist und wie genau es um die Plätze im deutschen Marathon-Kader bei Olympia 2024 steht, lest ihr in der nächsten Ausgabe hier bei más. Es bleibt spannend!

Diese Läufer*innen sind die Olympia-Norm gelaufen und sind stand jetzt für Paris 2024 qualifiziert

1

Domenika Meyer 2:23:47 - Berlin (GER) - 24.09.2023

2

Laura Hottenrott 2:24:32 - Valencia (ESP) - 03.12.2023

3

Fabienne Königstein 2:25:48 - Hamburg (GER) - 23.03.2023
1 Amanal Petros 2:04:58 - Berlin (GER) - 24.09.2023
2 Richard Ringer 2:07:05 - Valencia (ESP) - 03.12.2023

 

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